Informationen zur Tagesfahrt

Pfefferkuchenstadt Pulsnitz
- Pfefferkuchenmuseum Pulsnitz
- Bandweberei Großröhrsdorf
- Blaudruckwerkstatt Pulsnitz

Tagesablauf

09.00 Uhr Abfahrt Ostra-Allee 9
(Neben Schauspielhaus, vom Postplatz Richtung Haus der Presse)
10.00 Uhr Besuch des Museums "Bandweberei Größröhrsdorf"
11.30 Uhr Besichtigung und Führung in einer Blaudruckwerkstatt
13.00 Uhr Mittagessen in einer historischen Gastwirtschaft
14.30 Uhr Besuch des Pfefferkuchenmuseums
15.45 Uhr Kaffeetrinken im Pfefferkuchenmuseum
16.45 Uhr Rückfahrt nach Dresden

Informationen zu den Reisezielorten:

Pulsnitz
Im Jahr 1225 erstmals erwähnt, erteilt Kaiser Karl IV. Pulsnitz 1355 das Marktrecht und 20 Jahre später das Stadtrecht.
Pulsnitz war immer eine sehr handwerkliche Region.
Am 1. Januar 1558 erhalten die Bäcker erstmalig das Recht auch Pfefferkuchen zu backen.
1597 erfolgt die Gründung der Innung der Leineweber. Im Jahr 1653 wird erstmalig ein Töpfer erwähnt. 1694 gibt es die erste Erwähnung eines Bandmachers Michael Wolf in Pulsnitz.

Johann Georg von Maxen lässt in den Jahren von 1708 - 18 das neue Schloss im Barockstil errichten. Der Renaissancebau des alten Schlosses bleibt erhalten.

Der bekannteste Sohn der Stadt ist Ernst Rietschel, der am 15. Dezember 1804 in Pulsnutz geboren wurde.

Pulsnitz ist eine Kleinstadt, eine Stadt, die man in kürzester Zeit lieb gewinnen kann.
Mit meiner Tagesfahrt möchte ich dazu beitragen und für meine Gäste Neues und Interessantes entdecken.


Pfefferküchlerhandwerk
Pulsnitz ist weithin bekannt als Sachsens "Pfefferkuchenstadt". Seit Jahrhunderten, genauer gesagt seit 1558, wird dieses schmackhafte Gebäck in Pulsnitz hergestellt. Nur bester, lang gelagerter Honig- oder Sirupteig, mit beigegebenen feinsten Gewürzen, im Mittelalter kurz unter dem Begriff "Pfeffer" zusammengefasst, werden zu Pfefferkuchen verbacken. Durch den Pulsnitzer Bäcker und Pfefferküchler Tobias Thomas, der in Thorn seine Backkunst bereicherte, erhielt die hiesige Pfefferküchlerei um 1745 einen bedeutenden Aufschwung. In den acht Pfefferküchlereien und einer GmbH der Stadt Pulsnitz wird diese Tradition bis heute erfolgreich fortgeführt. Jede Pfefferküchlerei besitzt neben den gefüllten Spitzen, Makronen, Oblatenkuchen und Pflastersteinen ihre eigenen Hausmarken mit ihrem unverwechselbaren Geschmack. Wahre Meisterwerke der Garnierkunst stellen Herzen, Pantoffeln u.v.a.m. dar. Diese edlen Gebäcke gibt es nicht nur zur Weihnachtszeit sondern ganzjährig in Pulsnitz. Es wechseln mit den Jahreszeiten nur die Motive der Figuren: Osterhasen und Zuckertüten lösen Weihnachtsmänner ab. Herzen haben dagegen immer Konjunktur.
Früher zählten einige Pulsnitzer Pfefferküchler zu den sächsisch-königlichen Hoflieferanten und auch das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau wusste den Pulsnitzer Pfefferkuchen zu schätzen. Zu Silvester überbrachte der Kamenzer Bürgermeister den sogenannten Neujahrspfefferkuchen, natürlich in Pulsnitz gebacken - ein Brauch, der seit 1997 wieder gepflegt wird.
Seit 2003 gibt es am ersten Novemberwochenende den Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt. Dann sind alle acht Pfefferküchlereien und die Lebkuchen GmbH mit einem Stand auf dem Pulsnitzer Markt vertreten. Nur zu diesem Anlass haben Kunden die Möglichkeit, die Geschmacksnuancen aller Anbieter so direkt im Vergleich zu testen. Mit der Anerkennung als Handwerk 1998 stehen dem Fortbestand weiterer Pfefferküchlergenerationen in Pulsnitz keine bürokratischen Hürden mehr im Weg.


Pulsnitzer Blaudruck
Die Blaudruckwerkstatt bewahrt eine alte Tradition, die Ende des 17. Jahrhunderts in der pulsnitzer Gegend gelangte. Damit gilt sie als die vermutlich älteste Blaudruckerei in Deutschland. Seither hat sich die Art und Weise der Herstellung kaum verändert. Es wird mit der Reinigung des Stoffes (Leinen oder Baumwolle) in kochender Sodalösung begonnen. Zum Abdecken der Muster verwendet man eine breiige, gelbgrüne Masse, von den Druckern Papp genannt. Dieser Papp muss fest auf dem Stoff haften. Das Geheimnis liegt in der Rezeptur der Zusammensetzung, die man streng geheim hielt.

Der Schatz einer jeden Blaudruckerei sind die Druckstöcke, auch Model genannt. Die Muster eines Druckstockes sind erhaben aus Birnbaumholz herausgeschnitten, oder sie entstehen durch eingearbeitete Messingstreifen und Stifte. Diese Model stellt noch heute ein in Pulsnitz ansässiger Formenstecher her.

Nach dem Färben mit Indigofarbe wird der Stoff in verdünnter Schwefelsäure gespült und zum Trocknen aufgehangen. Nun erscheinen die Dekors strahlend weiß auf blauem Grund. Diese Stoffe werden sowohl als Meterware für Folklorebekleidung als auch konfektioniert in Form von Gardinen, Vorhängen, Tischdecken und Läufern gern gekauft.


Töpferei
Eines der bedeutendsten alten Gewerbe in Pulsnitz ist die Töpferei. Eine alte Chronik berichtet, dass schon im 17. Jahrhundert dieses Handwerk in Pulsnitz ausgeübt wurde. Zur Blüte gelangte es, nachdem am 12. August 1745 die damalige Schlossherrschaft zu Pulsnitz den Töpfern die Innungsgründung gestattete. Zahlreiche Tonvorkommen um Pulsnitz waren sicher ein Grund zum Entstehen dieses Gewerbes. Ein Meisterstück der Töpferkunst ist zweifellos der Altar in der Pulsnitzer Nicolaikirche, welcher von der Innung gestiftet wurde.
Während um 1900 noch 15 Töpfereien mit 70 Scheibentöpfergehilfen in Pulsnitz existierten, gibt es heute in unserem Städtchen nur noch drei Töpfereien.

Die Töpferei Jürgel auf dem Julius-Kühn-Platz ist die wohl älteste noch produzierende Töpferei in Deutschland. Michael Jürgel betreibt sie in der sechsten Generation. Im noch existierenden alten Brennhaus mit einem Kasseler Langofen aus dem 16. Jahrhundert kann man noch heute die Brenntechnik alter Zeiten nachvollziehen.


Weberei
Ebenso wie das Pfefferküchlerhandwerk und die Töpferei hat die Weberei das Wirtschaftsleben in Pulsnitz seit vielen Jahrhunderten mitbestimmt. Dies ist im Innungsstatut von 1597 und im Leinweber-Lehrbrief von 1618 nachgewiesen. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurde reger Leinwandhandel auch außerhalb Sachsens betrieben, ja sogar bis England. Das Bandmachen in Pulsnitz wurde vor 1700 urkundlich erwähnt und es erfolgte vorwiegend in Heimarbeit. Nach 1750 entstanden zahlreiche Manufakturen, in denen auf Mühl- und Trittstühlen leinene und wollene Bänder verschiedenster Art gefertigt wurden. Bis 1990 waren die Pulsnitzer Betriebe führend in der Herstellung von Bändern, deren Palette alle Bandarten umfasste (Geschenkband, Gummiband, Autogurte, Gürtel, Träger und vieles mehr). Der VEB Bandtex galt als größter Arbeitgeber der Region mit 4500 Beschäftigten, Exportgeschäfte florierten weltweit. Die Band- und Textilherstellung beflügelte auch den hiesigen Maschinenbau.
Heute existieren nur noch zwei der historischen Firmen dieser traditionellen Branche mit kleiner Belegschaft. Eine neue Firma stellt erfolgreich Kletten-Haftverschluss-Systeme her.


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